Ausstellungen
Ausstellung „Tag für Nacht“
von Swen Kählert & Arnaldo Drés González
Beschreibung
Zwei Künstler aus Hamburg an einem sehr besonderen Ausstellungsort in Buxtehude: dem historischen Marschtorzwinger. Der Maler Swen Kählert präsentiert seine Arbeiten im Erdgeschoss, der Video und Performance-Künstler Arnaldo Drés González bespielt das Obergeschoss. Tag und Nacht stehen dabei nicht nur für unterschiedliche Lichtverhältnisse, sondern auch für zwei unterschiedliche künstlerische Arbeitsweisen. Zwei Rhythmen treffen im Marschtorzwinger aufeinander - und führen zu einer gemeinsamen Frage: Was passiert, wenn etwas Vertrautes uns plötzlich fremd erscheint?
Die wohl häufigste Frage, die Swen Kählert zu seiner erhabenen Malerei in der dritten Dimension gestellt wird, ist die nach der Machart: 3D-Drucker, oder? Dem ist natürlich nicht so. Jedes Werk ist ein Unikat, ist mit viel Zeit Schicht um Schicht, Tag für Tag, Linie um Linie mit ruhiger Hand gezeichnet worden. Bei so viel Verschattung und Zwischenraum wäre ein Einscannern einer solchen Arbeit sowieso ein Albtraum. Kählert zeigt in Buxtehude neue, einfarbige Arbeiten. Er präsentiert sie als „Landschaft“ im Inneren des Raumes, nicht an den Wänden. Der Fokus dieser neuen Serie liegt auf Hell-Dunkel-Kontrasten, vergleichbar dem Wechsel von Tag und Nacht. Denn ein wichtiger Teil des Entstehungs-Prozesses ist, dass jeder Arbeitsschritt, das Zeichnen der nächsten erhabenen Linie, erst möglich ist, wenn die Linie darunter getrocknet ist. Jede Schicht benötigt einen Tag und eine Nacht. Dann erst kommt die nächste. Und so ist auch der Titel der Ausstellung entstanden: Tag für Nacht.
Arnaldo Drés González liebt es in der Nacht an seinen Filmen oder Sound-Collagen zu arbeiten - denn dann wird die Welt still. Diese nächtliche Wachheit prägt auch seine multimediale Installation im Marschtorzwinger: González verbindet Video, Fotografie, Objekte, Licht und Sound und arbeitet dabei mit digitalen und analogen Medien. Ausgehend von Bildern des eigenen Körpers und von Naturelementen verändert er vertraute Formen, bis sie als etwas anderes erscheinen. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, Details zu erkunden, sich zwischen den Projektionen zu bewegen, sich zu nähern, zurückzutreten und ihren eigenen Blick immer wieder neu auszurichten. So wird der Ausstellungsraum zu einer Art Beobachtungsstation, in der Neugier und Aufmerksamkeit Teil der künstlerischen Erfahrung werden.
Swen Kählert ist 1969 in Hamburg geboren, studierte dort Architektur an der Hochschule für angewandte Wissenschaften und erweiterte sein künstlerisches Spektrum mit Studien u.a. beim Maler und Grafiker Prof. Armin Sandig. 1997 führte ihn ein Auslandsstipendium der Carl Duisburg Gesellschaft nach Venezuela, wo er in Caracas an Entwürfen für Metro-Stationen und öffentliche Plätze arbeitete. Der Architekt in ihm denkt stets räumlich und der Maler probiert mit dem Material wie ein Forschender. Kählert gestaltet mit so unterschiedlichen Materialien wie Beton, Farbe, Holz, Kunststoff, Klebeband oder sogar auch Pflanzen. 2014 gewann er den Wettbewerb des Kunstflecken-Festivals in Neumünster. Seine Arbeiten wurden unter anderem in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, den USA, Venezuela, Spanien und Indien gezeigt. 2015 hat Kählert schon einmal seine Malerei installativ im Marschtorzwinger präsentiert.
Arnaldo Drés González, geboren 1986 in Caracas, ist ein venezolanischer bildender Künstler und lebt und arbeitet seit 2014 in Hamburg. Er studierte bildende Kunst an der Nationalen Experimentellen Universität der Künste in Caracas und machte einen Master an der Hochschule für Künste im Sozialen im niedersächsischen Ottersberg. Seine medienübergreifende Praxis bewegt sich zwischen zeitgenössischer Medienkunst und audiovisueller Kunst. Seine Arbeiten wurden unter anderem in Deutschland, Spanien, Venezuela, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien gezeigt. Darüber hinaus wurden seine Videoarbeiten auf internationalen Festivals für Video, experimentellen Film und bewegte Bilder in Kanada, Kolumbien, Frankreich, Albanien, Uruguay, Portugal, Lettland und Argentinien präsentiert. Zu seinen wichtigsten Auszeichnungen gehören eine lobende Erwähnung beim altonale17-Kunstpreis in Hamburg (2015).
Mit beiden Künstlern arbeitet die Hamburger Galerie holzhauer hamburg schon viele Jahre zusammen, zeigt beide in Galerieausstellungen und auf Kunstmessen.
Die Vernissage findet am Samstag, 10. Oktober, um 15 Uhr statt. Eröffnet wird die Ausstellung von einem Vertreter der Hansestadt Buxtehude. Der Künstler Matthew Partridge spricht einführende Worte.











